Kreta-Reise planen: Regionen, Reisezeit, Mietwagen und eine Route für sieben Tage

Die größte griechische Insel in einer Woche: welche Region wofür taugt, welcher Monat zu dir passt, wie du hinkommst, was der Mietwagen wirklich kostet und wie eine Route von West nach Ost aussieht.

Kreta ist keine Insel, die man an einem Nachmittag abfährt. Sie ist rund 260 Kilometer lang, hat drei Gebirge über 2.000 Meter, zwei internationale Flughäfen und vier Regionen, die sich so unterscheiden wie Alpen und Nordsee. Wer die Reise plant, entscheidet zuerst, ob er eine Region kennenlernen oder die ganze Insel sehen will, und alles Weitere folgt aus dieser einen Entscheidung.

Die Regionen: wo du wofür hinfährst

Kreta ist in vier Regionalbezirke geteilt, von West nach Ost: Chania, Rethymno, Heraklion und Lasithi. Jeder hat eine eigene Hauptstadt an der Nordküste, einen eigenen Charakter und eigene Gründe, dort zu bleiben.

Chania im Westen ist der Teil der Insel, den die meisten von Fotos kennen: die venezianische Altstadt mit dem Hafen, die Lagune von Balos, der rosa Sandstrand von Elafonisi und die Samaria-Schlucht. Wer zum ersten Mal auf Kreta ist und nur eine Region schafft, ist hier richtig. Rethymno in der Mitte hat die zweite große Altstadt, lange Sandstrände östlich der Stadt, das Kloster Arkadi und die Bergdörfer am Psiloritis. Heraklion ist die Region mit der Hauptstadt, dem Palast von Knossos, dem Archäologischen Museum und im Süden Matala mit seinen Höhlen. Lasithi im Osten ist ruhiger: Agios Nikolaos und Elounda am Golf von Mirabello, der Palmenstrand von Vai, die Lasithi-Hochebene und die abgelegene Südostküste.

Die Südküste gehört zu allen vier Bezirken und ist doch eine Welt für sich: karg, heiß, wenig bebaut, mit Orten wie Paleochora, Sougia, Loutro, Plakias und Ierapetra. Wer Ruhe sucht, findet sie dort.

Beste Reisezeit für Kreta nach Monat

Kreta hat das südlichste Klima Europas. Baden geht von Ende Mai bis Oktober, wandern und besichtigen am besten im Frühling und Herbst. Die Tabelle nennt typische Tageshöchstwerte und Wassertemperaturen nach den gängigen Klimatabellen; einzelne Jahre weichen ab.

MonatLuftWasserWofür
März, April17–20 °C16–17 °CWandern, Blütezeit, Ostern; Baden nur für Hartgesottene
Mai23–24 °C19–20 °CRundreisen, Schluchten, erste Badetage, günstige Preise
Juni27–28 °C22–23 °CBadeurlaub ohne Hochsaison-Betrieb
Juli, August29–31 °C24–25 °CHochsaison, voll und teuer; Südküste oft über 35 °C
September27 °C24 °CFür viele der beste Monat: warm, ruhiger, warmes Meer
Oktober23–24 °C22 °CSpätsommer, Baden noch möglich, erste Regentage
November bis Februar15–19 °C15–18 °CRegenzeit, viele Hotels geschlossen, Schnee in den Bergen

Für eine Rundreise mit Mietwagen sind Mai, Juni, September und Oktober die klare Empfehlung. Im Juli und August lohnt Kreta vor allem als Badeziel an einem Ort, weil Fahrten über Land in der Mittagshitze anstrengend werden und Knossos oder die Samaria-Schlucht dann besser ganz früh am Morgen besucht werden.

Anreise und Flughäfen

Kreta hat zwei internationale Flughäfen: Heraklion (HER) im Zentrum und Chania (CHQ) im Westen. Beide werden von April bis Oktober aus vielen deutschen, österreichischen und Schweizer Städten direkt angeflogen, die Flugzeit liegt bei drei bis dreieinhalb Stunden. Im Winter bleibt meist nur Heraklion mit Umstieg in Athen.

Die Wahl des Flughafens entscheidet über die Route: Wer den Westen sehen will, fliegt nach Chania, wer die Mitte und den Osten will, nach Heraklion. Für eine Rundreise von West nach Ost lohnt sich ein Gabelflug, also Hinflug nach Chania und Rückflug ab Heraklion; die Mietwagen-Einwegmiete kostet dann meist einen Aufpreis, spart aber einen ganzen Fahrtag. Fähren ab Piräus brauchen über Nacht rund neun Stunden und lohnen nur mit eigenem Auto.

Mietwagen auf Kreta: was du wissen musst

Ein Mietwagen ist auf Kreta fast immer die richtige Entscheidung, sobald du mehr als einen Badeort sehen willst. Die Busse der KTEL fahren die Nordküste zuverlässig ab, aber Strände, Bergdörfer und die Südküste erreichst du ohne Auto nur über Ausflüge. Ein paar Regeln, die die Reise leichter machen:

  • Vorab buchen. Am Flughafenschalter ist es teurer und langsamer. In der Nebensaison kostet ein Kleinwagen etwa 20 bis 40 Euro pro Tag, im August 50 bis 100 Euro.
  • Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, und zwar mit Reifen, Glas und Unterboden. Schäden entstehen auf Kreta selten durch Unfälle, sondern durch Parkrempler, Steinschlag und Schotterpisten.
  • Schotterpisten lesen. Die letzten Kilometer nach Balos und einige Strandzufahrten im Süden sind unbefestigt, und viele Verträge schließen genau diese Strecken aus. Nach Balos fährst du besser mit dem Boot ab Kissamos.
  • Fahrzeiten realistisch rechnen. Die Nationalstraße entlang der Nordküste ist schnell, alles Richtung Süden geht über Serpentinen. Chania bis Elafonisi sind 75 Kilometer und trotzdem anderthalb Stunden, Heraklion bis Vai gut drei Stunden.
  • Tanken und Bezahlen. Tankstellen sind an der Nordküste dicht, im Süden und in den Bergen dünn gesät; viele nehmen nur Bargeld.

Kreta-Route für 7 Tage

Diese Route führt von West nach Ost, mit Ankunft in Chania und Abflug in Heraklion. Sie ist bewusst nicht vollgepackt: pro Tag ein Ziel, ein Strand, ein Abend. Mit Rückflug ab Chania lässt sie sich am Ende in umgekehrter Reihenfolge zurückfahren.

  1. Tag 1, Chania. Ankunft, Altstadt, venezianischer Hafen, Abendessen am Wasser. Zwei Nächte in Chania.
  2. Tag 2, Elafonisi. Der rosa Strand im Südwesten, früh losfahren, über das Kloster Chrysoskalitissa zurück. Alternativ das Boot nach Balos und Gramvousa ab Kissamos. Beides an einem Tag geht nicht.
  3. Tag 3, Samaria oder Südküste. Die 16 Kilometer lange Samaria-Schlucht hinunter nach Agia Roumeli und mit dem Boot zurück, oder ein ruhiger Tag in Paleochora oder Loutro. Nacht in Chania oder direkt an der Südküste.
  4. Tag 4, Rethymno. Über den Kournas-See und das Töpferdorf Margarites nach Rethymno, Altstadt und Fortezza am Abend. Eine Nacht.
  5. Tag 5, Heraklion und Knossos. Kloster Arkadi am Vormittag, weiter nach Knossos am späten Nachmittag, wenn die Busgruppen weg sind, danach das Archäologische Museum. Zwei Nächte in Heraklion oder Umgebung.
  6. Tag 6, Süden oder Osten. Entweder Matala und die Messara-Ebene mit Phaistos, oder nach Agios Nikolaos und Elounda mit einem Blick auf die Insel Spinalonga.
  7. Tag 7, Abflug. Je nach Flugzeit noch der Markt in Heraklion oder ein letzter Strand bei Agia Pelagia, dann zum Flughafen.

Wer zehn Tage hat, hängt den Osten mit Vai, Sitia und der Lasithi-Hochebene an.

Was eine Kreta-Reise grob kostet

Kreta ist im Vergleich zu vielen Mittelmeerzielen noch bezahlbar, aber die Preise sind mit der Saison eng verknüpft. Grobe Richtwerte für zwei Personen und eine Woche, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Flug: 150 bis 300 Euro pro Person in der Nebensaison, 300 bis 500 Euro in den Sommerferien.
  • Unterkunft: einfache Apartments und Pensionen 50 bis 90 Euro pro Nacht, Mittelklassehotels 100 bis 180 Euro, im August deutlich darüber.
  • Mietwagen: 150 bis 300 Euro pro Woche im Mai, 400 bis 700 Euro im August, plus 40 bis 60 Euro Sprit für die Route oben.
  • Essen: ein Abendessen in der Taverne 15 bis 25 Euro pro Person, ein Gyros-Pita 4 bis 5 Euro, ein Frappé 3 bis 4 Euro.
  • Eintritte: Knossos 20 Euro, Archäologisches Museum Heraklion 12 Euro, Samaria-Schlucht 5 Euro, Kloster Arkadi 4 Euro, Strände kostenlos.

Rechnet man das zusammen, liegt eine Woche zu zweit im Mai oder Oktober bei grob 1.200 bis 1.800 Euro und im August bei 2.000 bis 3.000 Euro. Stand September 2026.

Packliste für Kreta

Die Insel ist unkompliziert, ein paar Dinge fehlen aber regelmäßig im Koffer:

  • Badeschuhe für Kiesstrände und felsige Einstiege, etwa in Loutro oder an der Südküste.
  • Feste Schuhe für Samaria und andere Schluchten; Turnschuhe reichen, Sandalen nicht.
  • Sonnenschutz mit hohem Faktor, Hut und ein dünnes Langarmshirt, die kretische Sonne ist auch im Mai schon stark.
  • Eine Windjacke für Abende am Meer und den Meltemi, der im Sommer aus Norden bläst, sowie ein Pullover für Frühling und Herbst.
  • Bargeld in kleinen Scheinen für Tavernen im Dorf, Tankstellen im Süden und Parkplätze.
  • Führerschein, Personalausweis und die Kreditkarte, auf die der Mietwagen gebucht ist; die meisten Vermieter verlangen genau diese Karte bei der Abholung.
  • Reiseführer in Papierform für die Regionen ohne Netz, ein Kreta Reiseführer mit Karten ist in den Bergen mehr wert als jede App.

Häufige Fragen zur Kreta-Reise

Wie viele Tage braucht man für Kreta?

Für eine Region reichen fünf bis sieben Tage, für die ganze Insel von West nach Ost solltest du zehn bis vierzehn Tage einplanen. Kreta ist rund 260 Kilometer lang, und die Fahrzeiten sind länger, als die Karte vermuten lässt. Wer nur eine Woche hat, wählt entweder eine Region oder fährt einmal die Nordküste entlang und lässt den Süden für die nächste Reise.

Wann ist die beste Reisezeit für Kreta?

Für Badeurlaub Juni bis Anfang Oktober, wobei September meist der angenehmste Monat ist: um 27 Grad, 24 Grad Wassertemperatur und weniger Betrieb als im August. Für Wandern, Rundreisen und Ausgrabungsstätten sind April, Mai und Oktober besser, weil die Hitze fehlt und die Landschaft grün ist. Juli und August sind heiß, voll und teuer, an der Südküste sind über 35 Grad keine Seltenheit.

Braucht man auf Kreta einen Mietwagen?

Für eine Rundreise ja, für einen reinen Badeurlaub in einem Ort nicht unbedingt. Busse der KTEL verbinden die Städte an der Nordküste zuverlässig, aber Strände wie Elafonisi, Bergdörfer und die Südküste erreichst du ohne Auto nur mit Ausflugsbussen. Wer nur ein paar Tage mobil sein will, mietet den Wagen vor Ort für zwei oder drei Tage statt für die ganze Reise.

Welche Region ist die schönste auf Kreta?

Das hängt davon ab, was du suchst. Der Westen um Chania hat die bekanntesten Strände und die schönste Altstadt, der Süden ist rau und ruhig, der Osten um Lasithi ist die Mischung aus Badeorten, Palmenstrand und Hochebene. Für die erste Reise ist der Westen die sicherste Wahl, wer Ruhe will, fährt an die Südküste.

Kann man mit dem Mietwagen nach Balos fahren?

Die letzten Kilometer nach Balos sind eine unbefestigte Schotterpiste, und die meisten Vermieter schließen genau diese Strecke in ihren Bedingungen aus. Wer sie trotzdem fährt, verliert bei einem Schaden den Versicherungsschutz. Der entspannte Weg ist das Boot ab Kissamos, das auch die Insel Gramvousa ansteuert.

Was kostet eine Woche Kreta?

Zu zweit in der Nebensaison mit Flug, einfacher Unterkunft, Mietwagen und Essen liegst du grob bei 1.200 bis 1.800 Euro, im August eher bei 2.000 bis 3.000 Euro. Die großen Posten sind Flug und Unterkunft, die im Hochsommer doppelt so teuer sein können wie im Mai. Essen gehen ist auf Kreta noch günstig, ein Abendessen in einer Taverne kostet pro Person 15 bis 25 Euro.

Diese Seite ist ein redaktioneller Reiseratgeber ohne Buchungsangebote. Preise, Temperaturen und Öffnungszeiten sind Richtwerte aus den genannten Quellen zum September 2026 und können sich ändern; verbindlich sind die Angaben der Anbieter und Behörden vor Ort.